In diesem Jahr führte uns der Technikertag am 18. August zur WTD 71 in die Liegenschaft Bünsdorf: Vor Ort wurden wir durch den Geschäftsbereichsleiter LTRDir Rothenbach begrüßt.
Wer die Autobahn A7 Richtung Norden fährt, kommt zwangsläufig über die Kanalbrücke (die derzeit erneuert wird). Und wer sich schon einmal gefragt hat, was für ein Gestell dort unten im Seitenarm des Nord-Ostsee-Kanals steht, welches aussieht wie eine riesige, nicht fertiggestellte Halle, der findet hier die Antwort.
Die WTD 71 mit ihren zahlreichen Geschäftsfeldern ist unter anderem auch zuständig für die Vermessung und Reduzierung der magnetischen Signatur und den Korrosionsschutz unser hochgeschützten Marineeinheiten.
TRDir Wenner führte die 20 Teilnehmer des Technikertages in das Thema Magnetismus ein. So manch einer fühlte sich in seine Schulzeit in den Physikunterricht zurückversetzt. An plastischen und einfachen Beispielen wurde den VBB-Technikern erläutert, wie die magnetische Signatur von Schiffen entsteht und durch das Erdmagnetfeld überall auf der Erde in unterschiedlicher Ausprägung vorhanden ist. Metallische Schiffe beeinflussen das Erdmagnetfeld und somit können beispielsweise Minen auf diese Beeinflussung mit ihren magnetischen Sensoren reagieren. Mit Hilfe der Anlage in der Liegenschaft Bünsdorf kann das Magnetfeld der Erde an jedem Ort auf der Welt simuliert werden. Die hochgeschützten Marineeinheiten haben einen magnetischen Eigenschutz, der das eigene Feld des Schiffes neutralisieren kann. Dies ist abhängig von der Position auf den Weltmeeren, da das Erdmagnetfeld überall anders ist. In diesem großen Gestell am Nord-Ostsee-Kanal werden die Uboote und Minenjäger der Marine positioniert und die Spulen, die mittels Kabel an diesem Gestell vorhanden sind, simulieren das Magnetfeld und messen somit den Einfluss des Schiffes. Die magnetische Eigenschutzanlage des Schiffes kann dann so justiert werden, dass sich die Magnetfelder aufheben und so kein magnetischer Einfluss zum Beispiel auf Minen mehr wirksam wird.
In einem weiteren Geschäftsfeld erläuterte TRDir Ludwar wie der Korrosionsschutz auf bzw. an unseren Schiffen gemessen und optimiert wird. In einem zum großen Teil durch Mitarbeiter der WTD 71 errichteten Becken werden Modelle von Schiffskörpern mit Salzwasser in Kontakt gebracht. Zwischen den verschiedenen an einem Schiffsrumpf befindlichen Materialien treten Korrosionseffekte auf, die letztlich zu einer elektrischen Signatur im Unterwasserbereich führen. Diese kann beispielsweise von Minen erkannt werden und hängt wesentlich von der Bauart des Schiffes und den verwendeten Materialkombinationen ab. Zudem spielen die Maßnahmen, die zum Schutz des Rumpfes vor Korrosion ergriffen werden (z.B. Beschichtungen), ebenfalls eine wichtige Rolle. Alle diese Einflüsse lassen sich an physikalischen Schiffsmodellen viel leichter untersuchen als an den zu schützenden Marineeinheiten. Die durch die Modell-Vermessungen im Wasserbecken gewonnenen Daten und Erkenntnisse zur elektrischen (und ggf. auch magnetischen) Signatur fließen dann in eine optimierte Ausführung des Korrosionsschutzes der großen Einheiten ein.
Abschließend hat der Geschäftsführer des Bereichs I, Peter Maschmeyer, über aktuelle Themen aus dem VBB berichtet:
- Änderungen in der Bundeslaufbahnordnung
- Stand des Gesetzentwurfs zur amtsangemessenen Alimentation für die Beamten des Bundes
- Anerkennung der Abschlüsse Meister und Techniker als Bachelor Professional
- Wartezeiten bei Beförderungen
Einige Teilnehmer konnten diese Themen durch eigene Erfahrungen aus ihren Tätigkeitsbereichen ergänzen und auch berichten, dass in der nächsten Zeit Stellenzuwächse bei den Technikern in der Bundeswehr zu erwarten seien.
Es war wieder ein äußerst interessanter und gewinnbringender Tag für uns. Einen recht herzlichen Dank an die Geschäftsfeldmanager 520 und 530 der WTD 71, TRDir Wenner und TRDir Ludwar, sowie an unseren Geschäftsführer Peter Maschmeyer und den Kollegen TRDir Peter Matthiesen aus dem Bereichsvorstand, für die Vorbereitung und Ausgestaltung dieses Technikertages im Bereich I.

