ReOrg im Rüstungsmanagement

Die Beschäftigten brauchen Klarheit!

Zwischen großen Strukturplänen und dem Arbeitsalltag der Beschäftigten im BAAINBw klafft derzeit eine erhebliche Lücke.

(c) VBB/ KI

Die geplante ReOrg im Rüstungsmanagement sorgt weiterhin für viele offene Fragen, Unsicherheit und teilweise erhebliche Sorgen. 
Bei der Informationsveranstaltung im Rüstungsmanagement Ende Juni wurde deutlich, wie groß der Klärungsbedarf ist. 
„Verwirrung“, „Enttäuschung“ und „Unsicherheit“ waren die Begriffe, die die Stimmung der Beschäftigten am treffendsten beschrieben. Seitdem hat sich einiges bewegt.
Manche Strukturen werden konkreter, einzelne Zusammenhänge sind besser nachvollziehbar. Am Ende ist jedoch für die Beschäftigten nicht die Terminologie entscheidend, sondern die konkrete Auswirkung auf ihren Arbeitsplatz. 

Wer künftig wo eingesetzt wird, ist für viele noch nicht absehbar. Wem wird der eigene Arbeitsplatz organisatorisch zugeordnet? Wer wird künftig Vorgesetzte oder Vorgesetzter sein? Wie verändern sich Aufgaben und Verantwortlichkeiten? Wer führt künftig die Beurteilung durch? Und vor allem: Bleibt der bisherige Dienstort erhalten?
Diese Fragen sind keine Nebensächlichkeiten. Sie betreffen die berufliche und persönliche Lebensplanung vieler Beschäftigter. Gerade deshalb braucht es verständliche und belastbare Informationen – und zwar nicht erst dann, wenn Entscheidungen bereits getroffen wurden. 
Kommunikation darf keine Einbahnstraße sein. Die bisherige Kommunikation reicht nach der Wahrnehmung des VBB aus Sicht der Beschäftigten (noch) nicht aus, um die Dynamik des Veränderungsprozesses angemessen abzubilden. 

Eine ReOrg dieser Größenordnung braucht mehr als Organigramme und Präsentationen. Sie braucht Transparenz, Dialog und eine Kommunikation, die die Beschäftigten tatsächlich erreicht. Denn Vertrauen entsteht nicht durch möglichst viele Informationen, sondern durch nachvollziehbare Entscheidungen und verlässliche Aussagen. 
Eine ReOrg darf nicht nur neue Strukturen schaffen! Sie muss auch Perspektiven für die Menschen schaffen, die diese Strukturen mit Leben füllen sollen. 
Schnelligkeit darf nicht zum Selbstzweck werden. Den zeitlichen Druck, unter dem die ReOrg des BAAINBw vorangetrieben wird, sehen wir als VBB kritisch. Bei einem Vorhaben, das von erheblicher Bedeutung für die Organisation und ihre Beschäftigten ist, muss die notwendige Sorgfalt gewährleistet sein. Zeitpläne und politische Termine dürfen nicht dazu führen, dass wichtige Fragen ungeklärt bleiben oder Beteiligungsprozesse verkürzt werden. Denn Fehler bei einer solchen Neuorganisation lassen sich später nur schwer korrigieren – und die Folgen tragen am Ende vor allem die Beschäftigten. 
Dienstorte dürfen nicht zur Verhandlungsmasse werden. Besonders sensibel ist die Diskussion über mögliche Verlagerungen von Dienstposten. Vor allem im Bereich der Projektabteilung See des BAAINBw wird immer wieder eine stärkere Präsenz in Bremen thematisiert. Für die betroffenen Beschäftigten bedeutet das eine erhebliche Unsicherheit. 
Dabei stehen die aktuellen Überlegungen aus Sicht des VBB im vermeintlichen Widerspruch zu früheren Aussagen der politischen und dienstlichen Führung, wonach die Interessen und die bestehenden Standorte berücksichtigt werden sollen. 

Für uns ist deshalb klar: Beschäftigte dürfen nicht zum Spielball organisatorischer Entscheidungen werden. Sollten Veränderungen bei Dienstorten erforderlich werden, muss der Grundsatz gelten, dass Beschäftigte nicht gegen ihren Willen zu einem Wechsel gezwungen werden. Freiwilligkeit und die Berücksichtigung der persönlichen Situation müssen im Mittelpunkt stehen. 

Noch ist nichts entschieden! 

Trotz aller Kritik ist wichtig festzuhalten: Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen. Die derzeit diskutierten Strukturen und Vorschläge sind noch nicht die endgültige Entscheidung. Das BAAINBw erarbeitet Vorschläge, die anschließend auf Ebene des BMVg bewertet und entschieden werden. 
Danach folgen die vorgesehenen Beteiligungsverfahren der Personalvertretungen. 

Damit gibt es weiterhin Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen, Fragen zu stellen und Veränderungen einzufordern. 
Die ReOrg wird nur dann erfolgreich sein, wenn sie von den Beschäftigten getragen wird. Dafür braucht es mehr als neue Begriffe, neue Strukturen und neue Organigramme. Es braucht Verlässlichkeit, Transparenz und eine ernsthafte Beteiligung der Beschäftigten und ihrer Interessenvertretungen. Wir werden deshalb als VBB den weiteren Prozess aufmerksam begleiten und die Fragen und Sorgen der Beschäftigten über die Vertreterinnen und Vertreter des VBB in den jeweiligen Gremien konsequent einbringen. 
Dabei geht es nicht darum, Veränderungen grundsätzlich zu verhindern. 

Es geht darum, Veränderungen vernünftig, nachvollziehbar und sozialverträglich zu gestalten. 
Die Beschäftigten haben ein Recht darauf zu erfahren, was auf sie zukommt. Und sie haben ein Recht darauf, dass ihre Interessen dabei nicht erst am Ende, sondern von Anfang an berücksichtigt werden.