Um den geplanten personellen Aufwuchs der Bundeswehr zu unterstützen, sollen die Einberufungszahlen schrittweise auf bis zu 40.000 Rekrutinnen und Rekruten pro Jahr steigen. Bereits 2026 plant das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw) mit rund 20.000 Neueinstellungen – der Schwerpunkt liegt traditionell im Herbst.
Für die Unterbringung fehlen derzeit jedoch mehrere tausend Ausbildungsplätze. Als kurzfristige Zwischenlösung setzt die Bundeswehr daher auf das „Sofortprogramm Infrastruktur Personalgewinnungsorganisation“ (SIPGO). Vorgesehen sind Containerunterkünfte mit Mehrbettstuben und gemeinschaftlichen Sanitäranlagen an insgesamt 36 Standorten. Ergänzend kommen weitere Unterkünfte aus Forderungen des Heeres hinzu.
Die Anlagen werden zunächst als Mietlösung für zwei Jahre errichtet. Grundlage hierfür sind sechs bundesweite Rahmenverträge, die Ende 2025 durch das Staatliche Hochbauamt Ingolstadt ausgeschrieben wurden. Seit März 2026 erfolgen die ersten Beauftragungen der Unternehmen. Ziel ist die Fertigstellung der Unterkünfte einschließlich Möblierung möglichst bis September 2026.
Parallel dazu arbeitet die Bundeswehr an einer langfristigen Lösung: dem „German Armed Forces – Contractor Augmentation Program Inland“ (G-CAP Inland). Das ursprünglich für Auslandseinsätze entwickelte Konzept soll künftig auch im Inland genutzt werden, um Infrastruktur schneller und standardisiert bereitzustellen.
In der ersten Ausbaustufe sind Unterkunfts- und Funktionsgebäude mit Lehrsälen, Lagerräumen und Waffenkammern vorgesehen. Die Gebäude sollen mindestens 25 Jahre nutzbar sein und werden voraussichtlich in serieller oder modularer Bauweise mit hohem Vorfertigungsgrad errichtet. Für Planung und Bau sind maximal 270 Tage vorgesehen.
Geplant ist der Bau von rund 335 Gebäuden mit bis zu 54.000 Unterkunftsplätzen an etwa 130 Standorten bundesweit. Erste Maßnahmen sollen bereits 2027 beginnen. Ziel ist es, die provisorischen SIPGO-Container schrittweise bis Herbst 2028 zu ersetzen.
Die Bauverwaltung Nordrhein-Westfalen hat dazu Ende 2025 ein europaweites Vergabeverfahren eingeleitet. Die Vergabe erfolgt in sieben regionalen Losen. Der Zuschlag wird derzeit für den Spätsommer erwartet.
Darüber hinaus laufen bereits die Vorbereitungen für „G-CAP Inland Stufe 2“. Ab 2030 soll damit der schnelle Aufbau kompletter Liegenschaften sowie zusätzlicher Infrastruktur wie Verpflegungs-, Sport- oder Sanitätseinrichtungen ermöglicht werden.